Äußere Anwendungen in der Anthroposophischen Pflege

Anwendungen bei Fieber

Substanzart

Zitrone

Leitgedanke

Zur Entlastung bei Fieber z. B. mit Unruhe, Benommenheit und Kopfschmerzen, Kreislaufschwäche eignet sich die Zitrone durch vielseitige Äußere Anwendungen:
1. Zitronenscheiben auf die Fußsohlen
2. Ganzkörperabwaschung
3. Zirkulärer Brustwickel
4. (Hand-) Pulswickel
5. Wadenwickel
6. Herz- und Stirnauflage

Indikationen

  • Fieberzustände mit Unruhe, Benommenheit und Kopfschmerzen, Kreislaufschwäche Schüttelfrost

Durchführungsbeschreibung

Besonderheiten:

  • Für warme Füße sorgen, z.B. mit einem Fußbad im Bett


1.  Zitronenscheiben auf Fußsohlen
Material:
  • Je Fuß 2 Zitronenscheiben (biologisch)
  • Socken oder Mullbinden zum Fixieren


Durchführung der Anwendung:
  • Je 1 Zitronenscheibe in das Fußgewölbe und je 1 Scheibe unter den Zehenballen
  • Die Zitronenscheiben mit einer Mullbinde fixieren oder Socken anziehen, danach die Scheiben etwas andrücken
  • Dauer: ca.1 Std., wenn der Patient schläft, auch länger



2.  Ganzkörperabwaschung
Material:
  • Schüssel
  • Becher/ Glas
  • Gabel
  • Obstmesser
  • 1/2 Zitrone
  • Wasser, Temperatur: etwa 2°C unter der Körpertemperatur des Patienten
  • 1 großes Badetuch


Durchführung der Anwendung:
Herstellung der Zitronenlösung:
  • Die halbe Zitrone im Wasser mit der Gabel festhalten und die Schale einschneiden und mit dem Becherboden ausdrücken.
  • Den Patienten nur partiell aufdecken, waschen und sofort wieder anziehen und zudecken: vom Kopf zu den Füssen arbeiten, den Rücken bis über die Gesäßbacken einschließen.
  • Angezogen und locker zugedeckt nachruhen lassen.



3. Zirkulärer Brustwickel
Material:
  • Substanztuch
  • Zwischentuch
  • Außentuch
  • 1/2 Zitrone
  • Heisses Wasser (60-80°)
  • Schüssel
  • Becher
  • Messer und Gabel


Durchführung der Anwendung:
  • Patient vorbereiten (siehe „Allgemeine Hinweise“ im Menü „Durchführungsanleitungen“)
  • Außen- und Zwischentuch in Thoraxhöhe so im Bett platzieren, dass die Oberkante der Tücher in Achselhöhe liegen, ohne einzuschneiden
  • Heißes Wasser in die Schüssel geben
  • Die halbe Zitrone im Wasser mit der Gabel festhalten, und die Schale einschneiden
  • Mit dem Becherboden ausdrücken
  • Das Substanztuch von beiden Seiten aufrollen und ins Wasser eintauchen
  • Den Patienten aufsitzen lassen und den Oberkörper frei machen
  • Das Innentuch auswringen und von der Mitte des Rückens aus zunächst zu beiden Seiten abrollen
  • Den Patienten sich zurück legen lassen auf die vorbereiteten Tücher
  • Von beiden Seiten her das Substanztuch über die Brust abrollen
  • Erst das Zwischentuch anplastizieren, dabei die Ränder dicht anlegen
  • Mit dem Aussentuch ebenso verfahren
  • Dauer: ca. 1/2 Std.


Nachbereitung:
  • Alle Tücher abnehmen, das Substanztuch auswaschen und alle Tücher trocknen



4. (Hand-) Pulswickel
Besonderheiten:
  • Nur bei Schüttelfrost


Material:
  • 2 Substanztücher: Reisstücher, ca. 10cm breit, ca. 25cm lang in 4-facher Lage
  • 2 Gästehandtücher, längs gefaltet, von einer Seite her einrollen
  • 1/2 Zitrone
  • Heißes Wasser (60-80°C)
  • Schüssel
  • Becher
  • Messer und Gabel
  • 2 Pflasterstreifen
  • 2 Wärmflaschen
  • ggf. noch eine zusätzliche Decke


Durchführung der Anwendung:
  • 2 Wärmflaschen ins Bett legen

Herstellung der Zitronenlösung:
  • Heißes Wasser in die Schüssel geben
  • Die halbe Zitrone im Wasser mit der Gabel festhalten, und die Schale einschneiden
  • Mit dem Becherboden ausdrücken
  • Ein Substanztuch in die Schüssel eintauchen, auswringen und so heiß wie möglich um die Hand-Pulse wickeln
  • Das Gästehandtuch dicht anliegend umwickeln und mit Pflaster fixieren
  • Mit der anderen Seite ebenso verfahren
  • Wenn notwendig, die zweite Decke ausbreiten
  • Dauer: ca. 15 min.


Nachbereitung:
  • Substanztuch auswaschen, alle Tücher trocknen



5. Wadenwickel
Besonderheiten:
  • Alternativ eignet sich ebenso gut ein zirkulärer Zitronenbrustwickel, besonders bei Kindern


Material:
  • 1/2 Zitrone
  • Wasser, Temperatur: 2°C unter Körpertemperatur
  • Schüssel
  • Becher
  • Messer und Gabel
  • Substanztuch
  • Zwischentuch
  • Außentuch


Durchführung der Anwendung: (Patient muss warme Füße haben)
  • Alle 3 Tücher von einer Seite her aufgerollt neben das Bett legen


Herstellung der Zitronenlösung:
  • Wasser in die Schüssel geben
  • Die halbe Zitrone im Wasser mit der Gabel festhalten, und die Schale einschneiden
  • Mit dem Becherboden ausdrücken
  • Ein Substanztuch in die Schüssel eintauchen und auswringen
  • Ab Zehengrundgelenk dicht anliegend bis unter das Knie wickeln (es sollen sich keine Lufttaschen bilden)
  • Mit dem Zwischen- und Aussentuch ebenso verfahren
  • Das andere Bein genauso behandeln
  • Wenn die Tücher warm sind, abnehmen, auswaschen und in die Zitronenlösung wieder eintauchen und neu anlegen
  • Nach etwa insgesamt 30 Minuten (2-3 mal angelegt), eine längere Pause machen, je nach Befinden


Nachbereitung:
  • Substanztuch heiß auswaschen und alle Tücher trocknen; Lösung kann über mehrere Stunden  stehen bleiben.



6. Herz- und Stirnauflage
Besonderheiten:
  • Der Zitronenlösung können einige Tropfen Arnika-Essenz (Weleda) hinzugefügt werden, vor allem bei alten Menschen


Material:
  • Substanztuch: Größe entsprechend dem Anwendungsort, 4 fach gelegt
  • Gästehandtuch


Durchführung der Anwendung:
Herstellung der Zitronenlösung:
  • Wasser (ca. 1-2°C unter der Körpertemperatur) in die Schüssel geben
  • Die halbe Zitrone im Wasser mit der Gabel festhalten, und die Schale einschneiden
  • Mit dem Becherboden ausdrücken
  • Das Substanztuch in die Schüssel eintauchen und auswringen, auflegen und mit dem Gästehandtuch abdecken


Nachbereitung:
  • Substanztuch auswaschen und wieder verwenden

Beurteilungssicherheit
Bei vielen Patienten bewährt
Dosierung
Ein- bis mehrmals täglich nach Bedarf
Wirkungseintritt
Sofort
Therapiedauer
Nach Fieberzustand und Befinden

Durchführungsanleitung zum Download

Autor

Red.

Substanzen